Auf dieser Seite finden Sie keine Preistabelle — und das ist Absicht. Frachtpreise auf der Relation Türkei–Deutschland ändern sich mit Dieselpreis, Kapazitätslage, Saison und Währungskurs. Eine veröffentlichte Tabelle wäre nach zwei Wochen falsch und würde Ihnen eine Sicherheit vorspiegeln, die es nicht gibt.

Was wir stattdessen erklären: woraus sich Ihr Preis zusammensetzt, welche Angaben ein belastbares Angebot ermöglichen und an welchen Stellen Sie selbst Einfluss haben. Damit können Sie Angebote vergleichen — auch die unserer Wettbewerber.

Was den Preis bestimmt

Frachtmaß, nicht Gewicht

Bei LKW und Luftfracht zählt oft das Volumen mehr als das Gewicht. Leichte, sperrige Ware wird nach Volumengewicht berechnet — Verpackungsmaße wirken direkt auf den Preis.

Verkehrsträger

LKW, Ro-Ro, Container oder Luftfracht liegen preislich um Größenordnungen auseinander. Die Wahl folgt Ihrem Zeitfenster, nicht dem Preisschild.

Auslastungsgrad

Eine Komplettladung hat einen anderen Preismechanismus als Sammelgut. Nahe der FTL-Schwelle kann die Komplettladung günstiger sein als bezahltes Teilvolumen.

Richtung und Saison

Kapazität ist richtungsabhängig. Vor Feiertagen, zur Erntesaison und bei angespannter Grenzlage steigen die Sätze; das betrifft alle Anbieter gleichermaßen.

Kostenbestandteile eines Angebots

Ein vollständiges Angebot besteht selten aus einer Zahl. Diese Posten sollten Sie in jedem Vergleich suchen — fehlen sie, tauchen sie später auf der Rechnung auf:

Übliche Positionen — nicht jede fällt bei jeder Sendung an
PositionWofür
HauptlaufDie eigentliche Strecke, je nach Verkehrsträger und Auslastung
Vorlauf / NachlaufAbholung beim Versender, Zustellung beim Empfänger
ZollabwicklungAusfuhr-, Einfuhranmeldung, Präferenznachweise, Versandverfahren
Umschlag / TerminalHafen- oder Terminalgebühren, bei Sammelgut Konsolidierung
Treibstoff- und NebenkostenMarktabhängige Zuschläge, im Seeverkehr zusätzlich Reedereizuschläge
VersicherungOptionale Transportversicherung über die gesetzliche Haftung hinaus
Wartezeit / StandgeldFällt nur bei Verzögerung an, gehört aber in die Kalkulation

Die versteckten Posten

Zwei Kostenblöcke tauchen in Angeboten fast nie auf und verursachen die meisten Nachbelastungen.

Standgelder im Seeverkehr. Demurrage und Detention werden je Container und Tag berechnet, sobald die Freizeit überschritten ist. Wenn die Einfuhrabwicklung nicht parallel zur Seestrecke läuft, sondern erst bei Ankunft beginnt, kann das den gesamten Frachtvorteil der Seefracht aufzehren. Details unter Seefracht.

Fehlanfahrten bei der Zustellung. Kein gebuchtes Zeitfenster, keine Hebebühne bestellt, Zufahrt zu eng — jede zweite Anfahrt ist eine zusätzliche Tour. Was vorher zu klären ist, steht unter Letzte Meile.

Wo Sie selbst Einfluss haben

  • Verpackungsmaße optimieren. Bei volumenbasierter Berechnung senken wenige Zentimeter den Preis unmittelbar. Bei Luftfracht mit Divisor 6000 entspricht ein Kubikmeter rund 167 kg Frachtgewicht.
  • Europalettenmaße nutzen. Ladeflächen sind darauf ausgelegt; abweichende Maße verschenken Stellplätze, die Sie mitbezahlen.
  • Sendungen bündeln. Mehrere Lieferanten über ein Konsolidierungslager statt Einzelversand — spart Fracht und Zollanmeldungen.
  • Vorlaufzeit geben. Kurzfristige Buchungen zahlen den Spotpreis. Bei planbaren Volumen lassen sich Sätze über einen Zeitraum fixieren.
  • Papiere vorher richtig machen. Der günstigste Preisnachlass ist eine Sendung, die nicht an der Grenze steht.

Was wir für ein Angebot brauchen

Je vollständiger diese Angaben, desto belastbarer der Preis — und desto weniger Nachbelastungen:

  • Be- und Entladeort, jeweils mit Postleitzahl
  • Maße und Gewicht je Packstück, Anzahl der Packstücke, Stapelbarkeit
  • Warenart und Zolltarifnummer, falls bekannt
  • Warenwert (für Versicherung und Zollwert)
  • Wunschtermin oder gebuchtes Anlieferfenster
  • Besonderheiten: Temperaturführung, Gefahrgut mit UN-Nummer und Klasse, Übermaß
  • Entlademöglichkeit beim Empfänger (Rampe vorhanden oder Hebebühne nötig)

Verwandte Seiten: Türkei–Deutschland für den Verkehrsträgervergleich, Zollabfertigung für die Abgabenseite.

Häufige Fragen zu Frachtpreisen

Warum nennen Sie keine Preisliste?

Weil sie unseriös wäre. Frachtsätze auf dieser Relation bewegen sich mit Dieselpreis, Kapazitätslage, Saison und Wechselkurs; eine veröffentlichte Tabelle wäre binnen Wochen überholt. Statt einer Scheinsicherheit erklären wir die Kostenbestandteile, damit Sie Angebote — auch die unserer Wettbewerber — sachlich vergleichen können. Ein konkretes Angebot erstellen wir tagesaktuell auf Basis Ihrer Sendungsdaten.

Was ist Volumengewicht und warum zahle ich dafür?

Transportkapazität ist begrenzt durch Fläche beziehungsweise Volumen, nicht nur durch Gewicht. Deshalb wird das höhere von tatsächlichem und Volumengewicht berechnet. In der Luftfracht gilt üblicherweise der Divisor 6000, ein Kubikmeter entspricht damit etwa 167 Kilogramm. Bei Sammelgut auf der Straße wird meist nach Lademeter oder Frachtgewicht gerechnet. Kompaktere Verpackung senkt den Preis unmittelbar.

Ist eine Komplettladung immer teurer als Sammelgut?

Nein. Bei Sammelgut zahlen Sie den belegten Anteil, aber mit einem höheren Satz je Einheit. Ab etwa 15 Tonnen oder 20 Stellplätzen kippt die Rechnung meist zugunsten der Komplettladung. Nahe dieser Schwelle lohnt ein direkter Vergleich, zumal FTL zusätzlich schneller ist und den Umschlag vermeidet. Wir rechnen beide Varianten, wenn Ihre Sendung in diesem Bereich liegt.

Welche Kosten kommen typischerweise unerwartet hinzu?

Zwei Blöcke. Im Seeverkehr Demurrage und Detention — Standgelder je Container und Tag nach Ablauf der Freizeit, die bei verzögerter Einfuhrabwicklung den Frachtvorteil aufheben können. Und bei der Zustellung Fehlanfahrten, wenn kein Zeitfenster gebucht war oder die Entlademöglichkeit fehlt. Beides lässt sich vorher klären, deshalb fragen wir diese Punkte bei der Beauftragung ab.

Können Sie Sätze für einen längeren Zeitraum festschreiben?

Bei planbaren, regelmäßigen Volumen ist das möglich. Voraussetzung ist eine belastbare Mengenprognose und eine definierte Relation. Marktabhängige Zuschläge wie Treibstoff bleiben dabei üblicherweise variabel, weil sie sonst als Risikoaufschlag in den Grundpreis wandern würden — was für Sie im Ergebnis teurer wäre.